Begriffserklärungen

Unterversicherung

Wird angerechnet, wenn der Wert der versicherten Sache niedriger angegeben wurde, als der eigentliche Versicherungswert.

Der Kunde hat versichert: 300.000,– €

Die Sache hat jedoch einen Wert von: 450.000,– €

Schadenhöhe: 28.000,– €

Berechnung:
Versichert (300.000,– €) * Schaden (28.000,– €)
––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––– = 18.670,– €
Eigentlicher Wert (450.0000,– €)

Fehlbetrag für den Kunden: 9.330,– €

Stichtagsversicherung

Bei stark schwankenden (saisonalen oder monatlichen) Warenbeständen. Aus dem maximalen Warenbestand wird eine Höchstsumme gebildet. (dies ist das Maximum für den Versicherer) Aus der daraus ermittelten Prämie wird eine Vorauszahlung von 50%fällig. Einmal im Monat wird der tatsächliche Warenbestand gemeldet. Aus den monatlichen Meldungen wir eine Jahresdurchschnittssumme gebildet. Diese wird mit der geleisteten Vorauszahlung verrechnet.

Bruchteilsversicherung

Bei Inventarversicherungen, wenn die Wahrscheinlichkeit aus den obigen Gefahren heraus einen Totalschaden zu erleiden, sehr unwahrscheinlich ist. Aus dem vollen Wert wird ein Bruchteil gebildet, bis zu dessen Höhe der Versicherer haftet. Für die Vereinbarung des Bruchteils wird ein entsprechender Prämiennachlass gewährt.

Verkaufspreisklausel

Sind eigene Produkte lieferfertig oder lieferfertig und verkauft (aber noch nicht ausgeliefert) ist der Ersatzwert dieser Waren (abzüglich ersparter Auslieferungskosten) entsprechend höher. Durch Vereinbarung dieser Klausel können Deckungslücken geschlossen werden.

Wertzuschlag

Zur Vermeidung einer Unterversicherung. Der Versicherer haftet bis zur Grundsumme zzgl. doppeltem Wertzuschlag. Als Preisbasis wird das Jahr 1970 oder 1980 zugrunde gelegt. Über den Wertzuschlag erfolgt eine Anpassung der Versicherungssumme an den geänderten Preisindex des jeweiligen Jahres.

Wechselwirkungsschäden

Ein Unternehmen unterhält mehrere Betriebsstellen an verschiedenen Standorten. (Betriebsteil „A“ stellt her – Betriebsteil „B“ verarbeitet diese) Infolge eines Feuerschadens auf Betriebsgrundstück „A“ kommt es zu einem Unterbrechungsschaden auf Betriebsgrundstück „B“.

Rückwirkungsschäden

Ein Feuerschaden bei einem „Zulieferer“ oder „Abnehmerunternehmen“ führt zu einem eigenem Unterbrechungsschaden, da die eigene Ware entweder nicht bezogen oder ausgeliefert werden kann.

Preisdifferenz

Erstattung der Mehrkosten, welche durch Preissteigerung zwischen Schadeneintritt und Wiederbeschaffung entstehen.

Bildung der Versicherungssumme (Handelsbetriebe)

Der Wert der Handelssachen zum Einkaufspreis, ohne Gewinnspanne des Unternehmens.

Haftungsfrage bei Handelsbetrieben

Der Hersteller

Die Hersteller eines End- oder Teilproduktes haften gleichzeitig gegenüber einem Geschädigten. Der Hersteller eines Endproduktes gegenüber dem Endkunden für alle Fehler des Produktes, auch wenn lediglich ein zugekauftes Teilprodukt fehlerhaft war.

Der „Quasi“-Hersteller

Werden fertige Waren bezogen und diese unter eigenem Label in den Verkehr gebracht, unterliegt man als Quasihersteller dem Haftungsrisiko, wie ein echter Hersteller.

Der Importeur

Wer ein Produkt mit wirtschaftlichem Zweck (geschäftliche Tätigkeit und zum Zweck des Vertriebes) in den Bereich der EU einführt, haftet wie ein Hersteller.

Der Lieferant

Haftet wie ein Hersteller, wenn er seinen Lieferanten oder den Hersteller nicht benennen kann. Bei einem Import in die EU haftet der Lieferant auch dann, wenn er zwar den Hersteller benennen kann, nicht aber seinen Lieferanten.

  • Alle haften als Gesamtschuldner!
Abgrenzung Hausrat – Gebäude

Ein Gebäudeversicherer hat immer nur das Gebäude versichert. Also Fundamente, Wände, Decken, das Dach, etc. Den Gebäudewert kann der Versicherer aus den Baukosten, Unterlagen des Kunden, aus einem Gutachten oder aus eigener Ermittlungsbögen ermitteln.

Ein Hausratversicherer versichert stets das bewegliche Inventar des Mieters oder Eigentümers (wenn dieser in seiner eigenen Wohnung wohnt). Nur diese kennen ja ihr eigenes Vermögen.

Aus diesem Grund leistet der Gebäudeversicherer nicht für Hausratgegenstände, da er die Mieter/ Eigentümer nicht kennt und eben auch nicht den Wert ihrer eigenen Sachen.

Teilungsabkommen

Der Gebäudeversicherer wird bei einem Gebäudeschaden die Kosten übernehmen, welche als Folge eines versicherten Ereignisses aufgetreten sind. Sind dabei auch Sachen von Mietern an

  • Fußbodenbelägen, Innenanstrichen, Teppichböden

beschädigt, für die der Gebäudeversicherer in Vorleistung getreten war, wird er sich im Rahmen des Teilungsabkommens den Betrag vom Hausratversicherer des Mieters erstatten lassen, welcher (in der Regel) 1.000 € übersteigt. Von daher ist die Aufgabe der Hausratversicherung des Mieters bei einem Gebäudeschaden wichtig.

Diese Begrifflichkeiten, welche verkürzt wiedergegeben sind, werden laufend ergänzt.

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